Allgemeines

Vogelspinnen versetzen viele Menschen in Angst und Schrecken. Berichte in den Medien und spektakuläre Filme schüren diese menschliche Grundangst und schaffen dabei ein völlig falsches Bild dieser überaus interessanten Tiere. Mit diesem Bericht wollen wir versuchen, eine objektive Meinung zu schaffen und einige Vorurteile abzubauen.

Als wichtigster Punkt vorab ist festzustellen, daß Vogelspinnen keine todbringenden Monster sind. Die meisten Vogelspinnen sind nicht wirklich aktiv giftig. Vogelspinnen produzieren geringe Mengen körpereigener Gifte, ähnlich wie Bienen, welche durch einen Biß der Spinne übertragen werden. Dabei ist der Biß wesentlich schmerzhafter wie die Wirkung des Giftes. Menschen, welche allergisch auf Insektengifte reagieren, sollten sich jedoch ausgesprochen vorsichtig verhalten. Es ist kein einziger Bericht über Bißverletzungen mit tödlichem Ausgang bei Menschen bekannt. Spinnen, die tödliche Bisse verursachen können, gehören, wie z.B. die Schwarze Witwe, nicht zu den Vogelspinnen.

Einige Vogelspinnenarten sind als sogenannte „Bombadierspinnen“ bekannt. Bei Bedrohung können diese Spinnen die Behaarung ihres Hinterkörpers abbrechen und dem vermeintlichen Angreifer entgegenschleudern. Wölkchen feinster Härchen verteilen sich in der Luft und können unangenehme Körperreaktionen (Entzündungen, Nesselausschläge, allergische Reaktionen) hervorrufen.

 

Vogelspinnen gibt es in sehr vielen verschiedenen Arten, welche um den gesamten Globus verstreut leben. Als Hauptverbreitungsgebiet gilt Südamerika, Asien und Afrika. Einige Arten leben auch in Australien und einige wenige sogar im südlichen Europa (Spanien, Portugal, Italien).
Als eine der hervorragenden Fähigkeiten von Spinnen bauen auch Vogelspinnen äußerst kunstvolle Spinnennetze. Die Konstruktion dieser Netze geben den Menschen auch heute noch viele Rätsel auf. So wurden und werden in manchen Kulturen Spinnennetze auch heute noch z.B. für Fischernetze oder als Verbandsstoff genutzt.

Vogelspinnen können je nach Art ein sehr hohes Alter erreichen. Es sind Berichte bekannt das Weibchen 20 bis 30 Jahre alt werden können.
Sie sind untereinander sehr unverträgliche Gesellen und können ausschließlich einzeln gehalten werden. Sie haben als Lauerjäger auch kein echtes Bewegungsbedürfnis und können daher in kleinen Terrarien gehalten werden.

Die Haltung:
von Vogelspinnen muß grundsätzlich in 2 verschiedene Arten unterteilt werden - bodenlebende und baumbewohnende Tiere. Auf diese Unterscheidung muß bei der Einrichtung eines Terrariums besonders Wert gelegt werden. So ist vor allem darauf zu achten, daß bei der Beheizung von Terrarien mit einer bodenlebenden Vogelspinne keine Heizmatte unter dem Terrarium angebracht wird. Diese Arten versuchen sich bei höheren Temperaturen im Bodengrund einzugraben und stoßen dann auf die Heizmatte. Bei solchen Terrarien sollte die Heizmatte an der Rückwand angebracht werden oder die Beheizung mittels einer Lampe erfolgen.

 

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Bei baumbewohnenden Vogelspinnen ist die Beheizung mit einer Heizmatte im Bodengrund jedoch sehr gut geeignet. Die Wahl des Bodengrundes sollte sehr sorgfältig erfolgen. So sind Materialien, welche Feuchtigkeit gut speichern können, von Vorteil. Verwenden Sie niemals Sand, Kies oder Steine. Diese Materialien haben in Vogelspinnenterrarien nichts zu suchen. Als weiterer, wichtiger Einrichtungsgegenstand ist eine entsprechende Unterschlupfhöhle in das Terrarium einzubringen. Dafür werden am besten kleine Korkstücke verwendet. Zuletzt fehlt im Terrarium nur mehr eine kleine Wasserschale. Dazu können kleine Tonuntersetzer oder kleine Kunststoffwassernäpfe verwendet werden.
Das Terrarium kann jetzt noch mit verschiedenen Pflanzen dekoriert werden. Vogelspinnen beginnen jedoch recht schnell ihre Netze auszubringen und an die Dekoration zu heften. So sind Plastikpflanzen in der Regel pflegeleichter.

Die Fütterung:
ist eine eigentlich recht einfache Aufgabe. Ausgewachsene Vogelspinnen benötigen nur einmal pro Woche Nahrung. Das Nahrungsspektrum umfaßt vorrangig Insekten jeglicher Art. Im Heimterrarium ist die Ernährung mit Heimchen, Grillen und Heuschrecken am einfachsten. Diese Futtertiere sind in unseren Geschäften immer frisch vorrätig. Vogelspinnen verfügen über keinen herkömmlichen Magen. So werden Futtertiere außerhalb des Körpers mit Hilfe von Enzymen verdaut und dann im flüssigen Zustand eingesaugt. Übrig bleibt nur ein kleiner unverdaulicher Rest.
Vogelspinnen wachsen nicht gleichmäßig wie andere Lebewesen. Sie besitzen einen harten Chitinpanzer, welcher nicht mitwächst, sondern erneuert werden muß. Diesen Vorgang nennt man Häutung. Jungspinnen häuten sich alle zwei bis drei Wochen, ältere Tiere nur mehr alle paar Monate, erwachsene Männchen überhaupt nicht mehr. Bei diesem Vorgang bildet sich unter der alten Haut eine komplett neue, etwas größere Haut. Ist dieser Vorgang abgeschlossen, schlüpft die Spinne einfach aus ihrer alten Haut. Dies ist immer der gefährlichste Abschnitt im Spinnenleben. Die Tiere sollten in dieser Zeit keinesfalls gestört werden. Ist die Häutung erfolgreich abgeschlossen, erstrahlt die Spinne wieder in ihrer vollen Farbenpracht.

Vogelspinnen verfügen auch über ein sehr gutes Regenerationsvermögen. So können durch bei Unfällen verlorene Gliedmaßen im Laufe von mehreren Häutungen problemlos wieder nachgebildet werden.

Vogelspinnen gehören aufgrund ihrer einfachen Haltung sowie der großen Arten- und Farbenvielfalt zu den durchaus sehr interessanten Terrarientieren.