Fragen und Antworten
 

Sind Spinnen Insekten?

Welche Tiere gehören zu den Arachniden?

Wo kommen Vogelspinnen vor?

Wie groß werden Vogelspinnen?

Boden-, Baum-, Erdbewohner

Was ist der Unterschied zwischen Tarantel und Vogelspinne?

Welche ist die geeignetste "Anfängerspinne"?

Vogelspinne auf die Hand nehmen?

Kann eine Vogelspinne einen Menschen töten?

Wie frisst eine Spinne?

Welche Feinde hat eine Vogelspinne?

Wie verteidigt sich eine Vogelspinne?

Was bedeutet 0.1 / 1.0 vor den Namen der Arten?

Sind Spinnen Insekten? nach oben

Nein. Spinnen gehören zur Klasse der Arachniden. Die wichtigsten Unterschiede zwischen Spinnentieren (Arachnida) und Insekten (Insecta):

1. Spinnentiere besitzen 8 Beine (4 Paare), Insekten hingegen 6 (3 Paare).
2. Arachniden haben keine Antennen (Fühler).
3. Der Körper der Spinnentiere ist zweigeteilt (Cephalothorax und Abdomen); Insekten besitzen drei Körperabschnitte (Kopf, Thorax und Abdomen)
4. Insekten haben meist ein oder zwei Flügelpaare. Arachniden haben keine Flügel.

Arachniden können bis zu 12 einfache Augen besitzen (die meisten Spinnen haben 8), die, in einem so genannten Augenhügel angeordnet, auf dem Cephalothorax liegen.
Ihre Sehkraft ist allerdings vermutlich eher schwach. Außerdem ist ihr Gesichtsfeld stark eingeschränkt, weil ihre Augen unbeweglich und Cephalothorax und Abdomen fest verbunden sind, d.h., sie können ihren "Kopf" (wenn ich zur Veranschaulichung auf diesen Begriff zurückgreifen darf...) nicht unabhängig vom restlichen Körper bewegen.

Spinnentiere haben außerdem meist zwei zusätzliche Paare an Anhängen, zum einen Beißwerkzeuge (Chelizerenklauen) und zum anderen Pedipalpen, die z.B. bei Spinnen zu Scheinbeinen (bei ausgewachsenen Männchen tragen diese die Begattungsapparate) und bei Skorpionen zu Scheren ausgebildet sind.


 

Welche Tiere gehören zu den Arachniden? nach oben

Die Klasse der Spinnentiere umfaßt folgende Ordnungen:

Echte Spinnen, Webspinnen (Araneae)
Walzenspinnen (Solifugae)
Skorpione (Scorpiones)
Weberknechte (Opiliones)
Geißelskorpione (Uropygi)
Geißelspinnen (Amblypygi)
Afterskorpione (Pseudoscorpiones)
Palpigraden (Palpigradi)
Kapuzenspinnen (Ricinulei)
Skorpionspinnen (Pedipalpi)
Milben (Acari)

Bis heute sind über 84000 Spezies dieser Klasse bekannt, fast die Hälfte davon sind Milben.


 

Wo kommen Vogelspinnen vor? nach oben

Vogelspinnen findet man in den subtropischen und tropischen Klimazonen Asiens, Europas, Afrikas, Amerikas und Australiens. In Europa sind sie bis nach Portugal und Spanien vorgedrungen. Die größten bisher bekannten europäischen Vogelspinnen leben auf Zypern. Weibchen dieser Gattung (Chaetopelma) können Körperlängen von 4 cm erreichen.


 

Wie groß werden Vogelspinnen? nach oben

Als wahre Riesen unter den Vogelspinnen lassen sich die Weibchen von Theraphosa blondi aus Venezuela bezeichnen. Bei ausgewachsenen Tieren kann der Körper bis zu 12 cm lang werden. Die Spannweite einschließlich Beine mißt bei solchen Exemplaren mehr als 30 cm, sie sind damit so groß wie ein Eßteller. Es gibt aber auch Winzlinge von 1 bis 1,5 cm Körperlänge wie beispielsweise die in Nordafrika vorkommende Arten der Gattung Ischnocolus, oder die Art Cyriocosmus elegans aus Venezuela. Im Durchschnitt werden erwachsene Vogelspinnen etwa 5 cm lang, wobei ausgewachsene Männchen in der Regel kleiner und zierlicher sind als Weibchen. Nach der Geschlechtsreife ist bei ihnen der Fortpflanzungstrieb stärker ausgeprägt als der Ernährungstrieb. Sie fressen auch weniger als ausgewachsene Weibchen.


 

Boden-, Baum-, Erdbewohner nach oben

Unter den vielen verschiedenen Vogelspinnenarten gibt es drei grobe Kategorien in die sich die meisten Arten recht leicht einordnen lassen. Zum Einen wären da die baumbewohnenden Arten die, wie der Name schon sagt, auf Bäumen leben. Diese Tiere trifft man nur sehr selten auf dem Boden an. Die meisten Baumbewohner bauen sich recht ansehnliche Wohnröhren und zumal auch regelrechte Wohnröhrensysteme zwischen geeigneten Ästen.

Zum Anderen gibt es dann noch die bodenbewohnenden Arten, die auf dem Boden, bzw. im Boden leben. Die meisten Bodenbewohner graben sich eine Wohnröhre oder besetzen die von Kleinsäugern. Wenn die klimatischen und futtertechnischen Bedingungen stimmen kann ein Tier schon mal sein ganzes Leben in ein und derselben Wohnröhre bleiben.

Als dritte Kategorie würde ich dann noch die erdbewohnenden Arten aufzählen, wobei diese vermehrt in Asien oder Afrika vorkommen. Diese Tiere leben in tiefen Wohnhöhlen, die zumeist senkrecht in den Erdboden verlaufen und in einer bestimmten Tiefe dann in eine Richtung abknicken. Einige Arten richten sich dann auch eine art Wohnhöhle am Ende der Röhre ein.


 

Was ist der Unterschied zwischen Tarantel und Vogelspinne? nach oben

Es handelt sich um zwei verschiedene Familien. Taranteln gehören zu den Lycosidae (Wolfspinnen), während es sich bei Vogelspinnen um Theraphosidae handelt. Amerikaner bezeichnen Vogelspinnen als Tarantulas, da die eingewanderten Italiener die großen Tiere für die doch relativ großen Taranteln ihrer Heimat hielten. Der Begriff hielt sich leider bis heute. Die zwei Familien unterscheiden sich aber grundlegend. Vogelspinnen sind sehr urtümlich und sind orthognath, das heißt die Chelizerenklauen schlagen fast parallel nach unten, während die Lycosidae labidognath sind (Chelizerenklauen arbeiten wie eine Zange gegeneinander).
Ein weiterer wichtiger Unterschied der Orthognatha ist der Besitz von zwei Paar Fächerlungen, Tracheen sind nicht vorhanden. -Labidognatha besitzen außer den Hypochilidae nur ein Paar oder gar keine, während Tracheen reichlich vorhanden sind. Orthognatha haben zwei Paar Nephridien, Labidognatha ein Paar.


 

Welche ist die geeignetste "Anfängerspinne"? nach oben

Als "die" Anfängerspinne zählt sicherlich Grammostola rosea. Sie ist in der Regel sehr friedlich und recht einfach zu halten. Obwohl, unter Umständen versteckt sie sich auch mal wochenlang in ihrer Höhle und nimmt kein Futter an, was den "Anfänger" oftmals zur Verzweiflung treiben kann. Ansonsten sind viele Brachypelma Arten als erste Spinne geeignet. B. albopilosa, B. emilia, oder B. smithi werden gern genommen. Meine Smithis sind sehr friedlich, und haben noch nie bombardiert. An die Haltung stellen sie auch keine besonderen Ansprüche. Meistens sitzten sie vor ihrer Höhle, und buddeln sich nur eine bis mehrere Woche vor der Häutung ein, nicht monatelang wie G. rosea.

Andererseits sind Baumbewohner auch sehr interessant, da sie sich oftmals ein Gespinnst in Blättern bauen, wo man sie unter Umständen gut beobachten kann. Hier gelten die meisten Avicularia Arten als friedlich. A. versicolor ist eine sehr schöne Avicularia Art, A. Huriana gehört zu den größeren Avicularia Arten. Allerdings bewegen sie sich, nicht nur meiner Erfahrung nach, wesentlich hektischer als Bodenbewohner, weshalb etwas mehr Vorsicht geboten sein sollte.

Aber eine Garatie für eine friedliche Art gibt es nie, Vogelspinnen haben wie Menschen auch unterschiedliche Charaktere, selbst bei gleichen Arten.


 

Vogelspinne auf die Hand nehmen? nach oben

Im Prinzip ist es nicht nötig seine Vogelspinne auf die Hand zu nehmen, da dies für die Spinne nur eine Stresssituation darstellt und man nie wissen kann wie sich das Tier dann verhält. Beim ersten Mal kann noch alles gut gehen, beim nächsten Mal vielleicht schon nicht...
Wenn man seine Spinne dennoch mal auf die Hand nehmen möchte, sollte man versuchen sich die Vogelspinne vorsichtig mit einem Gegenstand, z.B. einen Stift oder der Pinzette, auf die flache Hand zu dirigieren. Wenn das Tier auf den Gegenstand schon "agressiv" reagiert, dann sollte man den Versuch besser bleiben lassen.
Wenn das Tier dann auf der Hand ist kann diese vorsichtig bewegen sollte aber aufpassen, dass das Tier nicht von irgendetwas erschreckt wird, so dass es plötzlich losläuft und sich im schlechtesten Fall durch einen Sturz verletzen könnte...

Man sollte auch unbedingt darauf achten die Spinne nicht anzupusten da sie sonst schnell und unkontrolliert losläuft.

Ehrlich gesagt finde ich nicht das es nötig ist, eine Vogelspinne in die Hand zu nehmen, es bedeutet nur unnötigen Stress für Mensch und Tier!!


 

Kann eine Vogelspinne einen Menschen töten? nach oben

Nein. Eine Vogelspinne ist nicht in der Lage, einen gesunden erwachsenen Menschen zu töten (es sei denn, dieser ist Allergiker!)
Das Gift, das bei einem (Abwehr-)Biss durch die Chelizerenklauen gepumpt wird, entspricht von seiner Stärke im Durchschnitt (Ausnahmen bilden hier manche asiatischen und afrikanischen Arten, deren Gift etwas stärker sein soll) in etwa Wespen- oder Bienengift (aber: 2 Chelizerenklauen, 2 Ein"stich"löcher!). Allerdings ist ein Biss sehr schmerzhaft und kann sich (aufgrund der den Chelizerenklauen anhaftenden Bakterien) entzünden.


 

Wie frisst eine Spinne? nach oben

Da eine Spinne eine sehr enge Speiseröhre und ein winziges Maul besitzt, kann sie nur flüssige Nahrung aufnehmen. Das bedeutet, dass sie ihre Beute, nachdem sie sie gelähmt oder getötet hat, vor dem Körper vorverdauen muss. Wie geht das? Die Spinne injiziert mit Hilfe ihrer Chelizerenklauen Verdauungssäfte in ihr Beutetier, die dessen Gewebe zerstören und zu einem "trinkfertigen" Nahrungsbrei umwandeln. Dieser wird aufgesaugt. Bei großen Beutetieren (wie z.B. einer Maus) kann dieser Vorgang bis zu 24 Stunden dauern.


 

Welche Feinde hat eine Vogelspinne? nach oben

1. den Menschen...
2. der größte Feind einer VS im Tierreich ist eine Grabwespenart mit dem Namen 'Pepsis formosa'. Sie ist allerdings kein Fressfeind, sondern sie benutzt die Spinne vielmehr als Brutkasten und Vorratskammer für ihre Larven. Das Tier wird betäubt und in eine eigens dafür angelegte "Grabkammer" geschleppt. Nun legt die Wespe ein Ei in die lebende Spinne und verschließt daraufhin die Kammer. Nach dem Schlüpf ernährt sich die Wespenlarve von der hilflosen Spinne, indem sie sich langsam von innen nach außen frisst.


 

Wie verteidigt sich eine Vogelspinne? nach oben

Es gibt drei "Strategien" zur Verteidigung:

1. Es gibt Arten (z.B. Brachypelma smithi), die über so genannte Reiz- oder Brennhaare (vorwiegend am Abdomen - kurz vor einer Häutung kann man dort eine kleine Glatze entdecken...) verfügen, die sie bei Gefahr blitzschnell mit ihrem hinteren Beinpaar abbürsten und dem Angreifer entgegenschleudern können. Diese Haare sind dazu da, Wirbeltieren wie z.B. Mäusen oder andere Nagern, den Appetit zu verderben, weil sie, wenn sie in Maul oder Nase geraten, dort die Schleimhaut stark reizen. Doch auch die Haut an den Händen eines unvorsichtigen Menschen (auch nach ausgiebigem Betrachten und Befühlen einer Exuvie [abgelegte Haut]...) kann empfindlich irritiert werden, vor allem, wenn man Allergiker ist. Es kann zu Rötungen oder auch Bläschenbildung kommen. Teilweise wird bei Belästigung dem "Gegner" aber auch nur das mit Reizhaaren bestückte Abdomen entgegengestreckt.


2. Eine andere Verteidigungsstrategie wenden z.B. Asiaten wie die Vertreter der Gattung Poecilotheria an. Sie verteidigen sich, als letzte Möglichkeit, durch einen Giftbiss. Es gibt auch Vogelspinnen, die diese beiden Arten der Verteidigung kombinieren, wie z.B. Theraphosa blondi. Diese Tiere bombardieren mit Brennhaaren, drohen mit aufgerichtetem Vorderleib (wobei sie heftig stridulieren also "fauchen"), um dann, als letzte Warnung, mit den Vorderbeinen zuschlagen, bevor sie - bei weiterer Belästigung - letztendlich zubeißen.


3. Sehr wenige Arten (z.B. Avicularia huriana) verteidigen sich mit Kotspritzen.

Viele Vogelspinnen flüchten aber auch erst und wenden die ihnen zur Verfügung stehenden "Waffen" erst im äußersten Notfall an. Darauf sollte man sich allerdings nicht unbedingt verlassen...


 

Was bedeutet 0.1 / 1.0 / 0.0.1 vor den Namen der Arten? nach oben

Immer wieder sieht man z.B. in Anzeigenmärkten diese oder ähnliche Zahlen:
0.1, 1.0 oder 0.0.5
Diese Zahlen bezeichen die Anzahl und das Geschlecht eines Tieres!
Die erste Ziffer bezeichnet die Anzahl der Männchen, die zweite die Anzahl der Weibchen und die dritte die Anzahl, deren Geschlecht unbekannt ist!

1.0 = ein Männchen
0.1 = ein Weibchen
0.0.5 = fünf Tiere unbekannten Geschlechts