Interessantes Urteil für Vogelspinnenhalter

Das bayerische Verwaltungsgericht Ansbach hat unter dem Aktenzeichen AN 5 K 97.00682 zugunsten eines Vogelspinnenzüchters entschieden, dass die Haltung von Vogelspinnen von der Gemeinde zu Unrecht als genehmigungspflichtig eingestuft war.

Der Vogelspinnenzüchter hatte bei seiner Gemeinde eine Haltergenehmigung beantragt, die ihm aber versagt wurde. Ein Widerspruch seinerseits wurde vom Landratsamt Fürth zurückgewiesen.

Der Züchter erhob Klage vor dem Bayerischen Verwaltungsgericht Ansbach. Dieses forderte ein Gutachten über die Gefährlichkeit der vom Kläger gehaltenen Spinnen an. Der Gutachter, Dr. Mägdefrau stellte fest, dass Theraphosiden für den Menschen als harmlos einzustufen sind, da evtl. Vergiftungserscheinungen nicht schlimmer sind als nach Stichen von Wespen und Bienen.

Somit fallen die vom Kläger gehaltenen Spinnen nicht unter "gefährliche Tiere" im Sinne von § 37 LStVG (Landesstraf- und Verordnungsgesetz). Da die Spinnen in Terrarien gehalten werden, ist ein Kontakt zu Dritten ausgeschlossen. Nach Auffassung des Verwaltungsgerichtes Ansbach rechtfertigen die geringen Auswirkungen des Spinnengiftes keine Genehmigungspflicht.

Das Urteil ist seit 17. Juli 1998 rechtskräftig. Es scheint das erste Urteil in Deutschland zu sein, das feststellt, dass Vogelspinnen keine gefährlichen Tiere sind und deshalb ihre Haltung keiner behördlichen Genehmigung bedarf. Es ist anzunehmen, dass das Urteil auch in anderen Teilen Deutschlands Signalfunktion haben wird und betroffene Spinnenhalter sollten sich auf dieses Urteil berufen.